Depressionen

 

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die Wahrscheinlichkeit einmal im Leben an einer Depression oder depressiven Verstimmung zu erkranken liegt bei 16-20%. Je frühzeitiger die Depression erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Die Erkrankung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hat viele Gesichter.

Die häufigste Form ist die unipolare Depression als einzelnen Episode oder in Form von wiederkehrenden Episoden. Je nach Anzahl der Symptome spricht man von einer leichten, mittelschweren oder schweren Depression. Je mehr Symptome vorhanden sind, desto wahrscheinlicher wird die Notwendigkeit einer Behandlung mit Psychopharmaka. Die Entscheidung darüber trifft letztendlich ein Arzt oder Psychiater. Eine Psychotherapie hilft begleitend oder bei leichtern Formen als alleinige Therapie. Das Ziel einer Psychotherapie ist, die Leidenszeit zu verkürzen und auch erträglicher zu machen. Dafür gibt es verschiedene Ansätze.

Kognitive Verhaltenstherapie

Die Identifikation und Umstrukturierung von dysfunktionalen Denkmustern zählen zu den wichtigsten und verbreitetsten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Doch was bedeutet dysfunktionale Denkmuster in diesem Zusammenhang? Bei einer Depression drehen sich die dysfunktionalen, negativen Gedanken häufig um die eigene Person, die Umwelt und/oder die Zukunft.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Kollege auf dem Flur läuft vorbei ohne zu grüßen. Ein dysfunktionaler Gedankenablauf könnte wie folgt aussehen: „Er mag mich nicht“ (negative Sicht auf die Umwelt) → „Mich kann man nicht gerne haben“ (negative Sicht auf die eigene Person) →„Das wird sich niemals ändern“ (negative Sicht auf die Umwelt).

Automatische Gedanken

Oft sind diese Gedankenketten nicht das Ergebnis längeren Nachdenkens, sondern sie laufen automatisch ab. Manchmal sind die automatischen Gedanken den Betroffenen gar nicht bewusst. Sie bemerken nur das Ergebnis in Form einer emotionalen Reaktion in Form von z.B. Trauer oder Hoffnungslosigkeit und dem entsprechenden Verhalten. Doch selbst wenn die automatischen Gedanken den Betroffenen bewusst sind, werden sie in der Regel nicht hinterfragt, sondern als Wahrheit angenommen.

Negative Grundannahmen

Hinter einem negativen Gedanken steht häufig eine negative Grundannahmen und Glaubenssätze, wie „Menschen, die nicht von allen gemocht werden, sind nichts wert“. Aus dieser Grundannahme entsteht die Annahme: „Wenn der Kollege mich nicht grüßt, mag er mich nicht und dann bin ich nichts Wert“:

Identifikation der dysfunktionalen Gedanken

Im Therapieprozess geht es zunächst darum, die negativen Grundannahmen und Gedanken zu identifizieren. Bei unbewusst ablaufenden Gedanken, wird versucht, diese über die Emotion zu rekonstruieren. Im weiteren Therapieprozess gilt es die problematischen Gedanken zu hinterfragen und eine alternative Sicht auf die Dinge zu erarbeiten. Der Therapeut hilft dabei, die dysfunktionalen Gedanken aus verschiedenen Sichtwinkeln zu beleuchten und im weiteren Verlauf alternative Gedanken zu erarbeiten.

Was beim ersten Lesen einfach klingt, braucht Zeit. Das Erkennen der automatischen Gedanken, die schon viele Male gedacht wurden und das Verinnerlichen der neuen Gedanken braucht Übung und Geduld. Der Text beschreibt einen möglichen Baustein in der Behandlung von Depressionen. Die Erkrankung es jedoch vielschichtig und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Genau so vielschichtig sind die Ansätze einer Behandlung.

Wir beraten Sie gerne in einem Erstgespräch.

Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie-Basiswissen

Weiterbildung Kognitive Verhaltenstherapie/ Kognitive Beratung.

Termin am 01/02.04.2023

Herzlich Willkommen zur Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie.

Die Basis aller Formen Kognitiver Verhaltenstherapien besteht im Prozess der Kognitiven Umstrukturierung, in dem die herausgearbeiteten Bewertungssysteme der Patienten auf Realitätsbezug, Logik und Funktionalität bzw. Zielgerichtetheit geprüft und die für eine emotionale Störung oder gestörtes Verhalten verantwortlichen Denkmuster modifiziert werden.

Grafik: Die Grundidee der kognitiven Verhaltenstherapie: Gedanken, Gefühle und Verhalten hängen eng zusammen
Im Unterschied zur klassischen Verhaltenstherapie bemühen sich Kognitive Verhaltenstherapeuten zunächst um die Veränderung irrationaler oder dysfunktionaler Gedankenmuster, bevor auch sie daran gehen, mithilfe strukturierter Arbeits und Übungsprogramme die auf der Einsichtsebene gewonnenen Erkenntnisse in neues, zielgerichtetes Denken und Verhalten umzusetzen. Dazu werden die Patienten in verhaltenstherapeutischer Manier ermuntert, ihr zunächst noch theoretisches Wissen durch neue Erfahrungen in Verhaltensübungen auch glauben zu lernen.
Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine erfolgreiche Kognitive Umstrukturierung fördern, sind interaktionistisch, und der Weg dorthin führt oftmals über philosophische Betrachtungen. Dieser Prozess lässt sich in fünf Phasen unterteilen und beschreiben:

  • Die Emotionsentstehung
  • Dysfunktionale Konzepte und Denkstile aufspüren, sichtbar machen. (Analyse der Emotion)
  • Identifizierte Konzepte auf Angemessenheit prüfen
  • Neue, funktionale Konzepte erstellen.
  • Neue Konzepte glauben lernen.

Dieser Workshop wird zertifiziert und richtet sich an Personen, die psychotherapeutisch oder beratend im psychosozialen Sektor arbeiten oder sich hierzu in Ausbildung befinden.

Sie lernen die Basiselemente der Kognitiven Verhaltenstherapie kennen.
• das Konzept und die therapeutische Haltung
• Behandlungskonzepte und verschiedene Werkzeuge.
• das Wahrheitskonzept.
• Gesprächsführung und Disputtechniken
• das Glaubenlernen neuer Konzepte.

Diese Fortbildung umfasst 16 Themenpunkte a 45min und findet Samstags und Sonntags statt.

Der Kursabschluss wird zertifiziert bei mindestens 90% Anwesenheit bezogen auf die Kursdauer.

Dozenten: Ralf Baumhöfer, Heilpraktiker für Psychotherapie , Stefanie Voss, Heilpraktikerin für Psychotherapie

Stefanie Voß
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Ralf Baumhöfer
Heilpraktiker für Psychotherapie

Anmeldung schriftlich: Email: ralf.baumhoefer@gmail.com

Kosten: 360 EUR, Anzahlung 50 EUR

Ort der Veranstaltung:

Schulung und Therapie Mittelfranken (Therapiezentrum Roth)

Sieh-Dich-Für-Weg 4

91154 Roth

Für Fragen stehen wir Ihnen auch sehr gerne telefonisch zur Verfügung, hinterlassen Sie uns dazu Ihre Telefonnummer in einer Email und wir rufen Sie gerne zurück.

Unsere Räumlichkeiten befinden sich in der 2. Etage, ein Aufzug ist vorhanden

 

Prokrastination und Aufschieberitis – wie zähme ich den inneren Schweinehund?

Dinge auf die lange Bank schieben

Kennen Sie das auch? Sie nehmen sich vor, mehr Sport zu machen, endlich den Schreibtisch aufzuräumen oder heute mal pünktlich ins Bett zu gehen – und dann kommen plötzlich „wichtige“ Dinge dazwischen, das Aufraffen ist einfach zu anstrengend und Sie verschieben den Start auf den morgigen Tag. In der Regel bleibt es bei der Bekundung: „Morgen fang ich an, ganz sicher!“

Wann wird die Aufschieberei zum Problem

Im Fachjargon spricht man von geringer Frustrationstoleranz – die Fähigkeit mit den (unvermeidbaren) Frustrationen des Lebens angemessen umzugehen. Viele der Patienten in Therapie und Beratung leiden darunter – Tendenz steigend. Zugunsten kurzfristigen Wohlbefindens werden Dinge und Aufgaben vermieden und auf die lange Bank geschoben. Je ausgeprägter dieses Verhalten ist, desto deutlicher sind die mittel- und langfristigen Konsequenzen, die sich in Unzufriedenheit, Niedergeschlagenheit, depressiven Symptomatiken, niedrigem Selbstwert und wenig Selbstvertrauen widerspiegeln. Auch soziale oder berufliche Konsequenzen, wie der Verlust von Beziehungen und Freundschaften oder Probleme am Arbeitsplatz sind nicht selten. Die Trennlinie zum psychischen Problem lässt sich nicht pauschal ziehen – entscheidend ist das persönlich empfundene Leid und der Wunsch dieses zu verändern.

Was Hänschen nicht lernt…

…muss Hans in diesem Fall mühsam nachlernen. Denn Frustrationsintoleranz ist angeboren. Babys kommen mit der Erwartung auf die Welt, dass ihre Bedürfnisse rund um die Uhr erfüllt werden. In den Kindheits- und Jugendjahren sollte im günstigen Fall gelernt werden,

  • zu warten und nicht alle Bedürfnisse sofort erfüllt zu bekommen.
  • zwischen Alternativen zu wählen und auf die Vorteile einer Alternative zu verzichten.
  • sich (längerfristig) anzustrengen, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen.
  • für langfristige Zufriedenheit auf kurzfristiges Wohlbefinden zu verzichten.

Das ist anstrengend für Eltern und Kinder. Viele Eltern möchten ihrem Kind manches nicht zumuten und es ihrem Nachwuchs so angenehm, sicher und bequem wie möglich machen. Was in der Regel gut gemeint ist, führt dazu, dass die Kinder lernen, vermeidlich ohne Anstrengungen gut durchs Leben zu kommen. Die Konfrontation mit der „harten“ Realität folgt in der Schule oder spätestens beim Eintritt ins Studium oder Berufsleben. Denn ohne eigene Anstrengungen ist die Erreichung der gewünschten Ziele nicht möglich.

Umlernen ist schwer, aber möglich

Jeder kennt das. Man hat eine lästige Angewohnheit, die man gerne los wäre, aber es gelingt einfach nicht. Aus der Neurobiologie weiß man heute, dass einmal Gelerntes nicht einfach wieder gelöscht werden kann. Im Gegenteil, je öfter und länger Gefühls- und Verhaltensreaktionen wiederholt wurden, desto besser sind diese im Gehirn gebahnt und laufen oft automatisch ohne aktives Zutun ab. Möchte man eine Gefühls- oder Verhaltensreaktion verändern, bleibt nur der Weg, das neue Denken oder Verhalten immer wieder bewusst zu üben und zu wiederholen, bis dieses so gut gebahnt ist, dass die Chance größer wird, zukünftig mit dem neu Gelernten statt mit dem Altbekannten zu reagieren.

Insbesondere bei Menschen mit Frustrationsintoleranz-Problemen fällt dies doppelt schwer. Denn schließlich wurde genau das nicht gelernt: längere Anstrengungen ertragen, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen.

Ich berate Sie dazu gerne im Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Interview für das Elternmagazin ELMA in Nürnberg

Interview für das Elternmagazin Elma

Hier was zur Insekten- und Spinnenphobie bei Kindern. Das Interview habe ich dem Magazin Elma im Sommer 2022 gegeben. Viel Spaß beim lesen.

…einer der Behandlungsschwerpunkte des Therapeuten Ralf Baumhöfer aus Roth sind Angst- und Panikstörungen. „Nicht jede Angst muss gleich behandelt…

https://www.elternmagazin.info/artikel/ihhh-da-krabbelt-was?fbclid=IwAR2DQmjbEU8YTos8M3JcwrY0PDg6NSf_avhZoXjsSo_ZGUbz-M2mY3U8g-U

Herzliche Grüße,

Ralf Baumhöfer

Onlinetherapie

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit der Videosprechstunde

Onlinetherapie wird unter datenschutzrechtlichen Bedingungen ebenfalls angeboten

Das Erstgespräch findet vorab in der Praxis statt, dieses ist auch aus rechtlichen Gründen notwendig.

Die Video-Sprechstunde von „Doctena“ erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensicherheit. Der Zertifizierungsprozess für die Anerkennung der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen soll zeitnah abgeschlossen werden. Für Selbstzahler und privatversicherte Patienten ist dies natürlich nicht notwendig.“

Hier sehen Sie ein Erklärungsvideo zum Ablauf, bitte klicken Sie dazu auf den Link, sie werden zu Youtube weitergeleitet. https://www.youtube.com/watch?v=s24v5SblVrY&feature=youtu.be

Unten auf Startseite finden Sie unsere Onlineterminierung Doctena, wählen Sie sich dazu Ihren Besuchsgrund, klicken Sie auf Videosprechstunde und reservieren sich Ihren Termin, Sie bekommen daraufhin eine Bestätigung.

Schutz von Personen- und Gesundheitsdaten

Bei Doctena ist die Sicherheit Ihrer Gesundheitsdaten unser wichtigstes Anliegen. Die erneute ISO 27001 Zertifizierung bestätigt unser Engagement für die Umsetzung bewährter Sicherheitsmaßnahmen.

Bewusstsein für Datensicherheit
Unser IT- und Informationssicherheitsteam führt regelmäßige Risikobewertungen durch und sorgt dafür, dass unsere Mitarbeiter und Partner die neuesten Sicherheitsprotokolle einhalten.

Die Videosprechstunde dauert 60 Minuten und kostet 110 EUR. Weitere Fragen klären wir dann im Erstgespräch persönlich.

Für weiter Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ralf Baumhöfer

 

 

Trauer

Willkommen in meiner Praxis in Roth

Meine Erfahrung in der Arbeit mit Trauernden konnte ich in sehr unterschiedlichen Bereichen sammeln. Die Arbeit zeigte mir auf, dass Trauer ein sehr individueller Prozess ist, abhängig von den Todesumständen, der Beziehung zur verstorbenen Person und weiteren psychischen Erkrankungen. Oft suchen Patienten aufgrund anderer Belastungen eine Psychotherapie auf, oftmals stellt sich dann im Verlauf der Therapie heraus, dass der Tod einer Bezugsperson auch viele Jahre später unverarbeitet oder verdrängt worden ist und nach wie vor bei dem Klienten eine wichtige Rolle spielt. Häufig sind es Themen wie Schuld, Bedauern oder offene persönliche Angelegenheiten zwischen der verstorbenen und der trauernden Person, die den Trauerprozess verhindern und die Patienten manchmal über viele Jahre hinweg in diesem eingebettet sind.

In den letzten Jahrzehnten wurde in Wissenschaft und Praxis diskutiert über die Frage »Kann Trauer eine Krankheit sein… Die Frage kann ich nur mit Ja beantworten und das neue diagnostischen Klassifikationssystem, die ICD-11 hat die anhaltende Trauerstörung als neues diagnostisches Kriterium aufgenommen.

 

Was ist eine normale Trauerreaktion?

Der Tod einer nahestehenden Person kann manchmal still, andere Male mit großer Wucht und Verstörung in unser Leben treten. Manche Angehörige erhalten durch eine vorangegangene Krankheitsphase noch die Möglichkeit, sich auf den Abschied vorzubereiten. Für andere Hinterbliebene verändert der unerwartete Tod eines geliebten Menschen plötzlich das Leben von einer Stunde zur anderen. Der Verlust eines nahestehenden Menschen kann jeden jederzeit treffen und wird häufig als eine erschütternde Lebenserfahrung erlebt, die einen langfristigen, manchmal auch lebenslangen Leidensdruck zur Folge haben kann. Die anfängliche Reaktion auf einen Verlust drückt sich häufig durch ein Schockerleben und ein Nicht-Wahrhaben-Wollen aus.

Ein typisches Merkmal einer normalen Trauerreaktion ist der Trennungsschmerz, welcher nicht nur psychisch, sondern auch körperlich von den Trauernden als sehr in- tensiv erlebt wird. Hinzu kommt eine starke Sehnsucht nach der verstorbenen Person, welche häufig von einem Suchen und einem starken Wunsch der Wiedervereinigung mit dem verstorbenen Menschen begleitet ist. Der Tod nimmt den Hinterbliebenen eine gemeinsame Zukunft. Schwierige Beziehungen und Konflikte können nicht mehr korrigiert werden und gemeinsame Träume nicht mehr gelebt werden. Der zurück- gelassene Trauernde durcherlebt deswegen oft eine Vielfalt an Emotionen, wie bspw. Traurigkeit, Bedauern, Schuldgefühle und Wut. Das Durchleben dieser unterschiedli- chen intensiven Emotionen ist für Trauernde deswegen oft nur in kleinen Dosierun- gen aushaltbar. Die Ohnmacht gegenüber den überflutenden Gefühlen, die manchmal für Stunden und Tage anhalten und plötzlich aus dem Nichts aufzutauchen scheinen, kann bei manchen Trauernden auch zur Unterdrückung dieser Gefühle führen.

 

Gerne berate ich Sie zu diesem Thema in einem persönlichen Erstgespräch im Therapiezentrum Roth.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

 

Existenzielle Probleme

Krankheitsängste/Todesängste

Ängste, wenn sie krankhaft sind, haben in den meisten Fällen Ursachen, übergeordnete Konzepte, nämlich Existenzielle Probleme steuern das Denken beim Betroffenen.

Ich möchte jetzt nicht sterben. Sie auch nicht? Nun, damit liegen wir voll im Trend: Wie die meisten anderen Lebewesen streben auch Menschen von Geburt an danach, zu überleben.

Dieser »Wille« ist ein genetisches Programm, das uns veranlasst, lebensbedrohenden Situationen möglichst aus dem Weg zu gehen. Falls uns das einmal nicht gelingt oder wenn wir aus bestimmten Gründen solche Situationen bewusst aufsuchen, reagieren wir mit Angst oder gar Panik. Soweit der Normalfall.

Existenzielle Probleme:

Nun gibt es auch manche, die diesen Wunsch nach dem Überleben in absolutes Fordern verwandeln: »Ich will (oder darf) jetzt nicht sterben!« Und das versuchen sie dann mit ebenso beständigem wie hoffnungslosem Bemühen um Sicherheit und Kontrolle zu erreichen. Weshalb dieses Unterfangen ein hoffnungsloses ist und bleibt, betrachten wir in der Behandlung genauer. Menschen mit ständiger Angst vor dem Sterben haben ein »existenzielles Problem«. Sie wittern an allen Ecken unterschiedliche lebensbedrohliche Gefahren und versetzen sich damit in Todesangst. Existenzielle Probleme beziehen sich bei mir in der Behandlung ausschließlich auf die Angst vor dem Sterben oder dem »Danach«, nicht auf drohende  Verluste.

Man erkennt sie an völlig unterschiedlichen Symptomen, z. B. der festen Überzeugung, an einer tödlichen Erkrankung zu leiden (obwohl es keine derartigen Befunde gibt), der Sorge, sich mit fatalen Viren und Krankheiten zu infizieren (und viel Aufwand zu betreiben, dies durch Waschen oder Putzen zu vermeiden), der Befürchtung, Tunnel, Brücken oder Gebäude könnten ein- und Fahrstühle abstürzen und man würde ersticken (ohne dass es hierfür realistische Hinweise gibt), der Vorstellung, Tiere oder Menschen könnten über einen herfallen und tödlich verletzen (auch wenn dies realistisch betrachtet höchst unwahrscheinlich ist) oder der ständigen Sorge, man könne verunglücken und aufgrund widriger Umstände (wegen Menschenmassen, Entfernung oder Einsamkeit) nicht rechtzeitig Hilfe erhalten. Manche fürchten hauptsächlich die Konsequenzen des Todes, wie z. B. verzichten zu müssen (nicht weiterhin das Leben genießen zu dürfen), falsch gelebt zu haben (»Hätte ich gewusst, dass ich schon sterben muss, hätte ich ganz anders gelebt!«) oder für das bisherige Leben bestraft zu werden

Worum geht es bei uns in der Therapie?

Wir beschäftigen uns mit den Ursachen und Auswirkungen von Todesangst und den damit verbundenen ungünstigen Sicherheits- und Gefahrenkonzepten. Wir betrachten die langfristig negativen Konsequenzen, die solche Konzepte für die Betreffenden haben, wie z. B. erhebliches emotionales Leid, Einschränkungen im Lebensalltag – sowohl im Privat- als auch im Berufsleben. Ersteres zeigt sich meist in Form von Ängsten bis hin zu Panikattacken, aber auch als Niedergeschlagenheit bis zu ausgeprägten Depressionen. Letzteres zeigt sich darin, dass das Denken und Handeln der davon Betroffenen sich ausschließlich um mögliche Gefahrenabwehr drehen, um erhoffte Sicherheit und Kontrolle. Andere Lebensinhalte wie Familie, Partner- oder Freundschaften oder berufliche Ziele kommen zu kurz oder werden im Extremfall kaum noch berücksichtigt. Andere Konsequenzen von Todesangst können auch körperlicher Natur sein

Krankheitsbefürchtungen

Am häufigsten wird von Todesangst in Zusammenhang mit Krankheitsbefürchtungen berichtet, etwa wenn jemand befürchtet, dass ein tödlicher Infarkt drohe (Herzinfarkt, Schlaganfall) oder dass das Herz nicht in Ordnung sei (z. B. plötzlicher Herzstillstand, Herzklappenfehler oder Mangelversorgung)

Andere befürchten, dass sich bei ihnen eine schleichende, unentdeckte, potenziell tödliche Erkrankung ausbreitet.

Gerne berate ich Sie zum Thema und zum Therapieablauf persönlich in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße,

Ralf Baumhöfer

Das erwartet Sie im Erstgespräch bei uns in der Praxis

Erstgespräch Pychotherapie in Roth

(1) Ich begrüße Sie und begleite Sie zu Ihrem Platz, nach einer kurzen Einleitung erläutere Ich Ihnen Inhalt und Ziel des Erstgesprächs: Was haben Sie zu erwarten, was wird heute besprochen, was später?

(2) Warum kommen Sie in die Behandlung, was führt Sie zu mir und warum gerade jetzt?

(3) Dann werden wir die Problematiken schon im Erstgespräch herausarbeiten und resultierende Symptome erheben:

  • Unter welchen Emotionen,Verhaltensweisen und Konsequenzen leiden Sie überwiegend?
  • Wie häufig?
  • Wie lange schon? Wie stark?
  • Welche Beeinträchtigungen gibt es im Alltag?
  • Erstmalig? Falls nein: zeitliche Entwicklung.

(4) Vorläufige diagnostische Einordnung die wir gemeinsam besprechen. Symptomatiken, Ursachen, Verdachtsdiagnose(n)

(5) Könnte es somatische Ursachen für die Beschwerden geben? Gibt es körperliche Beschwerden oder Erkrankungen,
die die Problematik verursachen (z. B. Schilddrüsenerkrankung, Hormonstörung) oder die dadurch bedingt sein könnten (z. B. psychosomatische Erkrankungen)?

(6) Über welche Bewältigungsstrategien und Therapieerfahrungen verfügen Sie (bereits)?

(8) Welche konkreten Erwartungen und Therapieziele haben Sie?

(9) Dann erläutere ich Ihnen das therapeutisches Vorgehen: Was erwartet Sie in Ihrer Behandlung ? Ich beschreibe Ihnen ausführlich wie wir gemeinsam an der Problematik arbeiten, mit welchen Verfahren und stelle diese Ihnen vor.

(10) In Schritt 10 besprechen wir Ihre Therapieziele.

(11) Dann nehmen wir uns die nötige Zeit und besprechen Ihre Fragen, z.B organisatorisches: Kostenträger (z.B. private Krankenversicherung, BG) Termine, ggf. somatische Abklärung durch einen Hausarztbesuch, u .a

 

Da es uns aus zeitlichen Gründen nicht immer möglich ist Ihre Terminwünsche persönlich entgegen zu nehemen und zu bearbeiten, haben wir die Möglichkeit der Onlineterminierung Doctena für Sie eingerichtet, Sie können sich Ihren Termin ganz bequem selbst reservieren.

 

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Soziale Beziehungen

Interpersonelle Ambivalenzen

Zwischenmenschliche Beziehungen werden als eine der wichtigsten Komponenten von psychischer Gesundheit und Zufriedenheit angesehen, und die Fähigkeit, diese aufrechtzuerhalten als eine zentrale Kompetenz im Rahmen psychi- scher Gesundheit.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind für das allgemeine Wohlbefinden auf den verschiedensten interpersonellen Ebenen wie Familie, Beruf oder Schule von zentraler Bedeutung. Der Gegenspieler von zwischenmenschlichem Zugehörigkeitsgefühl, das subjektive Gefühl der Einsamkeit wirkt sich hingegen bei lang andauerndem, chronischem Auftreten negativ auf die psychische als auch physische Gesundheit aus. Definiert als die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen und den gewünschten sozialen Beziehungen einer Person kann akute Einsamkeit evolutionär betrachtet jedoch auch als ein überlebenswichtiges Gefühl bzw. biologisches Mangelsignal betrachtet werden, welches uns Menschen auffordert, uns mehr und aktiv um soziale Kontakte zu bemühen. Allerdings sollten wir dann über entsprechende interpersonelle (zwischenmenschliche) Fertigkeiten verfügen, um unser soziales Netz aktiv zu vergrößern bzw. intensivieren zu können. Soziale Beziehungen und  Verhaltensweisen spielen folgerichtig in der klinischen Psychologie eine große Rolle. Interpersonelle Probleme und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zur chronischen Einsamkeit sind dabei ein zentrales Problem verschiedener psychischer Erkrankungen. Dieses betrifft nicht nur Patienten mit Persönlichkeitsstörungen, denen per definitionem interpersonelle Probleme inhärent sind, sondern insbesondere auch Patienten, welche unter affektiven Störungen z.B. Depressionen, einer sozialen Phobie oder auch Abhängigkeitserkrankungen leiden. Genaugenommen können sich diese zwischenmenschlichen Probleme bei fast allen psychischen Störungen wiederfinden. Daher ist die Bearbeitung dieser Problematiken in der Einzel- als auch Gruppentherapie von zentraler Bedeutung.

Analyse und Bearbeitung interpersonellen Verhaltens in der Therapie

Bei der näheren Betrachtung zwischenmenschlicher Probleme und deren Aufrechterhaltung gilt ein Hauptaugenmerk spezifischen und konkreten  Situationen. Dabei bedarf es spezifischer Analysetechniken, um schwierige zwischenmenschliche Situationen einerseits besser zu verstehen und andererseits konkrete Fertigkeiten zu erwerben, um die auftretenden interpersonellen Probleme zu lösen. Das Training fokussiert dabei auf vier wesentliche Aspekte:

(1) Reflektion des eigenen Verhaltens . Durch die Reflektion des eigenen Verhaltens soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie Klienten selbst in sozialen Interaktionen wirken und welche Konsequenzen diese Verhaltensweisen auf ihre Interaktionspartner haben. Durch die komplementären Reaktionstendenzen des wird für die Klienten verständlich und erlebbar, wie sich (ungünstige) Interaktionsmuster stabilisieren und welche interpersonellen Konsequenzen die Folge sein können.

(2) Nonverbale und verbale Kommunikation. Die Methode und seine verschiedenen Positionen erlauben nicht nur eine Analyse des eigenen Verhaltens und der zugrundeliegenden Interaktionsmuster. Er stellt auch Ausgangspunkt dar, um anhand verschiedener Übungen und Strategien die nonverbale und verbale Kommunikation zu reflektieren und zu verändern. Im meiner Therapie werden gezielt nonverbale und verbale Kommunikationsmuster der Patienten auf ihre Bedeutung im zwischenmenschlichen Kontext analysiert. Darauf aufbauend sollen Patienten neue Formen von nonverbaler und verbaler Kommunikation erlernen und trainieren.

(3) Konflikt-und Empathie -training. Patienten mit interpersonellen Problemen zeigen häufig große Schwierigkeiten interpersonelle Konflikte zu bewältigen bzw. sich diesen überhaupt zu stellen. Deshalb werden spezifische Techniken zum Konfliktlösetraining vorgestellt, die an praktischen Beispielen trainiert werden. Zugleich kommt es vor, dass sich Patienten in besonders emotionalen interpersonellen Situationen nur noch schwer oder gar nicht in die Perspektive des Gegenübers hineinversetzen können – ein Umstand, der die Probleme meist zusätzlich verstärkt. Hier dient ein Empathietraining dazu, Patienten ein besseres Verständnis zwischenmenschlicher Situationen zu ermöglichen, um aus ihnen Lösungsansätze für ihre individuellen Probleme zu generieren.

(4) Rollenspiele. Alle zuvor beschriebenen Elemente werden in Rollenspielen zusammengeführt. Rollenspiele bilden einen zentralen Bestandteil der Therapie. Hierdurch werden Veränderungen des eigenen Verhaltens erlebbar gemacht und neue Strategien im Umgang mit zwischenmenschlichen Problemen entwickelt.

Diese Bestandteile stellen die Voraussetzung dafür dar, in schwierigen Situationen eigene Ziele und Bedürfnisse zu erreichen. Fertigkeiten in der Psychotherapie sind dabei als transdiagnostische Interventionen zu verstehen, die wiederum bedeutsam für das Therapieergebnis sind.

Zusammenfassung

Zwischenmenschliche Beziehungen sind für die psychische Gesundheit von elementarer Bedeutung. Eine ganze Strömung in der Psychologie hat sich auf Basis dieser Erkenntnis entwickelt. Vertreter der Interpersonalen Theorie betrachten eine gestörte Person-Umwelt-Interaktion als Ursache für die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen. Mittlerweile konnte die Relevanz interpersoneller Probleme in diversen empirischen Untersuchungen für verschiedene psychische Erkrankungen nachgewiesen werden. Damit sind interpersonelle Probleme für den psychotherapeutischen Prozess von großer Relevanz. Ein möglicher Ansatz für die Behandlung zwischenmenschlicher Probleme stellt dabei die im Konzept praktizierte Verknüpfung früher biographischer Beziehungserfahrungen mit heutigen  Fertigkeiten Defiziten dar. Nach der Erarbeitung von Prägungen und Übertragungshypothesen, dem Transfer der Beziehungserwartungen des Patienten auf die Therapie, können spezifische Problemlösestrategien genutzt werden, um Probleme in sozialen Beziehungen zu bearbeiten, und die zwischenmenschlichen Beziehungen der Patienten zu verbessern.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.
Herzliche Grüße,
Ralf Baumhöferpage35image9623936

 

Workshop, Einführung Kognitive Verhaltenstherapie in Roth/Mittelfranken

Weiterbildung Kognitive Verhaltenstherapie

Termin am 04/05.09.2021

Herzlich Willkommen zur Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie.

Das Kennzeichnende aller Formen Kognitiver Verhaltenstherapien besteht im Prozess der Kognitiven Umstrukturierung, in dem die herausgearbeiteten Bewertungssysteme der Patienten auf Realitätsbezug, Logik und Funktionalität bzw. Zielgerichtetheit geprüft und die für eine emotionale Störung oder gestörtes Verhalten verantwortlichen Denkmuster modifiziert werden.

Grafik: Die Grundidee der kognitiven Verhaltenstherapie: Gedanken, Gefühle und Verhalten hängen eng zusammen
Im Unterschied zur klassischen Verhaltenstherapie bemühen sich Kognitive Verhaltenstherapeuten zunächst um die Veränderung irrationaler oder dysfunktionaler Gedankenmuster, bevor auch sie daran gehen, mithilfe strukturierter Arbeits und Übungsprogramme die auf der Einsichtsebene gewonnenen Erkenntnisse in neues, zielgerichtetes Denken und Verhalten umzusetzen. Dazu werden die Patienten in verhaltenstherapeutischer Manier ermuntert, ihr zunächst noch theoretisches Wissen durch neue Erfahrungen in Verhaltensübungen auch glauben zu lernen.
Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine erfolgreiche Kognitive Umstrukturierung fördern, sind interaktionistisch, und der Weg dorthin führt oftmals über philosophische Betrachtungen. Dieser Prozess lässt sich in fünf Phasen unterteilen und beschreiben:

  • Die Emotionsentstehung
  • Dysfunktionale Konzepte und Denkstile aufspüren, sichtbar machen. (Analyse der Emotion)
  • Identifizierte Konzepte auf Angemessenheit prüfen
  • Neue, funktionale Konzepte erstellen.
  • Neue Konzepte glauben lernen.

Dieser Workshop richtet sich an Personen, die psychotherapeutisch oder beratend im psychosozialen Sektor arbeiten oder sich hierzu in Ausbildung befinden.

Sie lernen die Basiselemente der Kognitiven Verhaltenstherapie kennen.
• das Konzept und die therapeutische Haltung
• Behandlungskonzepte und verschiedene Werkzeuge.
• das Wahrheitskonzept.
• Gesprächsführung und Disputtechniken
• das Glaubenlernen neuer Konzepte.

Diese Fortbildung umfasst 16 Themenpunkte a 45min und findet Samstags und Sonntags statt.

Der Kursabschluss ist zertifiziert bei mindestens 90% Anwesenheit bezogen auf die Kursdauer.

Dozent: Ralf Baumhöfer, Heilpraktiker für Psychotherapie

Anmeldung schriftlich: Email: ralf.baumhoefer@gmail.com

Kosten: 320 EUR, Anzahlung 50 EUR

Ort der Veranstaltung:

Schulung und Therapie Mittelfranken (Therapiezentrum Roth)

Sieh-Dich-Für-Weg 4

91154 Roth

Telefon: 09171-85 74 589

Unsere Räumlichkeiten befinden sich in der 2. Etage, ein Aufzug ist vorhanden.

Verhaltenstherapie, Entstehung in drei Akten.

Die drei Wellen der Verhaltenstherapie incl. Schematherapie

Erste und zweite Welle.

Die Verhaltenstherapie ist eine Richtung der Psychotherapie, die sich anfänglich in Abgrenzung zur Psychoanalyse entwickelt hat. Während  andere Verfahren unbewusste Vorgänge im Seelenleben betonte, wollte die Verhaltenstherapie sich nur mit solchem Verhalten befassen, das man naturwissenschaftlich nicht subjektiv beobachten kann.

Man bezeichnet dies als die erste bzw. »behavioristische Welle« der Verhaltenstherapie. Allerdings ließ sich diese Beschränkung nicht lange durchhalten und bald gab es die zweite sog. »kognitive Welle«. Hierbei wurde den dysfunktionalen Gedanken des Klienten Aufmerksamkeit geschenkt und sie wurden in psychotherapeutischer Weise verändert (z. B. durch kognitive Umstrukturierung). Der Übergang von der ersten zur zweiten Welle der Verhaltenstherapie ist einerseits erstaunlich, andererseits passt er gut zu den verhaltenstherapeutischen Grundsätzen von Konkretheit und Wissenschaftlichkeit.

Verhaltenstherapie will menschliches Verhalten möglichst konkret behandeln und dann mit empirischen Methoden wissenschaftlich untersuchen. Dabei wurden die Kognitionen immer stärker in ihrer therapeutischen Bedeutung erkannt.

Dritte Welle

Seit den 1990-er Jahren wurden von der Verhaltenstherapie auch Konzepte bzw. Therapiemethoden übernommen, die aus bis dahin verpönten Therapieschulen stammen, zum Beispiel von der Psychoanalyse, der humanistischen Therapie und von meditativen Verfahren. Es entstanden Therapieverfahren, bei denen Emotion, Achtsamkeit, Akzeptanz, therapeutische Beziehung, Meditation wichtig sind. Man bezeichnet diese neueren Methoden gerne zusammenfassend als die »dritte Welle« der Verhaltenstherapie. Allerdings ist bei diesem Bild von den drei Wellen zu beachten, dass sie sich nicht ablösen, etwa in der Art, dass das Neue das Alte ersetzt. Vielmehr ergänzen sich die verschiedenen verhaltenstherapeutischen Zugangsweisen und Methoden.

Schematherapie: Einen besonderen Stellenwert unter den neuen Therapiemethoden, die in die Verhaltenstherapie integriert wurden, hat die Schematherapie (Young, 2003) bekommen. Sie vereinigt Elemente der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse zu einem Therapieverfahren, in dem die Grundbedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden. Zentrale Frage ist: »Was braucht es wirklich, damit es dem Klienten wieder besser geht?

Bei der Schematherapie handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Kognitiven Verhaltenstherapie, in die tiefenpsychologische Elemente, Elemente aus der Bindungstheorie, der Gestalttherapie und emotionsorientierte Interventionsstrategien eingebunden sind.

Bei einem dysfunktionalen Schema handelt es sich um ein breites, übergeordnetes Lebensmuster bzw. -thema, das ein Geflecht aus Gedanken,
Gefühlen, Körperwahrnehmungen und Erinnerungen darstellt. Durch die Arbeit an unseren Modi, emotional aufgeladenen aktuell vorherrschenden Zuständen, die durch zu einem bestimmten Zeitpunkt dominierende Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Verhaltensweisen charakterisiert sind, wird die therapeutische Arbeit im »Hier und Jetzt« erleichtert. Es kann gezielt darauf hingearbeitet werden, dass der Patient in der Therapiesitzung in einem emotionalen Zustand ist, in dem eine emotionale Verarbeitung möglich ist.

Zentrale Ziele in der Schematherapie sind die Erarbeitung und angemessene Erfüllung sogenannter Kernbedürfnisse des Patienten, um damit langfristig eine Heilung dysfunktionaler Schemata und Modi zu erreichen. Young et al. (2003) haben fünf Kernbedürfnisse definiert, die in Kindheit und Jugend von engen Bezugspersonen erfüllt werden sollten:

(1) Sicherheit/Vorhersagbarkeit/Liebe/Bindung
(2) Autonomie/Kompetenzgefühl
(3) Freiheit, eigene Gefühle auszudrücken und diese validiert zu bekommen
(4) Spiel/Spontanität
(5) Das Erleben realistischer Grenzen

Die angemessene Erfüllung dieser Kernbedürfnisse in Kindheit und Jugend, so die Theorie der Schematherapie, ermöglicht ein gesundes Reifen der Persönlichkeit und eine stabile psychische Gesundheit im Erwachsenenalter. Gerade Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und anderen chronischen psychischen Erkrankungen haben in vielen Fällen erlebt, dass diese Kernbedürfnisse in Kindheit und Jugend aus verschiedenen
Gründen (z. B. Krankheit oder Tod von wichtigen Bezugspersonen, Vernachlässigung, Missbrauch etc.) nicht oder nicht ausreichend erfüllt wurden. Dementsprechend haben sie auch nicht gelernt, diese Bedürfnisse im Erwachsenenalter wahrzunehmen und selbst Sorge dafür zu tragen, dass sie angemessen erfüllt werden. In diesem Kontext spielt die besondere Therapiebeziehung in der Schematherapie, das sogenannte Limited Reparenting (übersetzt mit »begrenzte Nachbeelterung« oder »begrenzte elterliche Fürsorge«) eine wichtige Rolle. Im Rahmen des Limited Reparenting stellt der Therapeut ein Modell einer Bezugsperson dar, die dem Klienten als Kind gefehlt hat, und ist damit gleichzeitig ein Modell für den Modus des gesunden Erwachsenen des Klienten. Das heißt, der Therapeut verhält sich begrenzt wie ein »guter Elternteil«, der dem Klienten hilft, seine Bedürfnisse wahrnehmen zu lernen und sie sich entsprechend in adaptiver und angemessener Weise erfüllen zu können.

Die Schematherapie zielt auf langfristige und stabile Veränderung in der Symptomatik eines Klienten und die Verbesserung seiner Lebensqualität.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

 

Muskelentspannung nach Jacobson

Audio zur progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson

Immer mehr Menschen besuchen Kurse für das Entspannungstraining. Das in Deutschland entwickelte Autogene Training und die aus den USA stammende Tiefmuskelentspannung (Progressive Relaxation) sind unter der Vielzahl der verschiedenen Entspannungsmethoden am weitesten verbreitet und am besten erforscht. Für beide Methoden ist der Gedanke der Selbststeuerung und Selbstverantwortung wesentlich. Es soll keine Abhängigkeit von einem Therapeuten aufgebaut werden, vielmehr geht es um eine Hilfe zur Selbsthilfe. Entspannungstraining kann die Fähigkeit verbessern, Alltagsbelastungen günstig zu bewältigen, es kann die Gesundheit stärken und die Lebensqualität erhöhen. Dabei darf Entspannungstraining natürlich nicht als ein allumfassendes Patentmittel zur Lösung aller Lebensprobleme missverstanden werden. Aber das regelmäßige Praktizieren des Training ist im Sinne eines gesundheitlichen Schutzfaktors ein wichtiger eigener Beitrag, um die seelische und körperliche Gesundheit zu schützen und zu stärken. Die Progressive Relaxation wird immer beliebter. Kursteilnehmer schätzen die Methode wegen des pragmatischen und handfesten Charakters. Während beim Autogenen Training in aller Regel viel Geduld bis zu den ersten spürbaren Wirkungen aufgebracht werden muss, werden bei der Progressiven Relaxation meist bereits nach den ersten Übungen Entspannungsempfindungen wahrgenommen. Dieses spricht Menschen an, die sich stärker angespannt fühlen oder durch Schmerzen belastet sind. Immer häufiger werden auch Kurse angeboten, die beide Methoden kombinieren und somit die Vorteile beider Verfahren nutzen.

Psychologische Entspannungsmethoden haben in den letzten Jahren im Sinne einer Therapie oder Vorbeugung an Bedeutung gewonnen.

Als zertifizierter Entspannungstrainer, habe ich hier ein Audio für unsere Klienten und Kursteilnehmer erstellt und die Übung von 16 auf 7 Muskelgruppen reduziert.

Die Durchführung dieser von mir angeleiteten Übung, obliegt Ihrer alleinigen Verantwortung, wenn Sie in ärztlicher, oder therapeutischer Behandlung sind, ist es notwendig, dass Sie mit Ihrem Behandler besprechen, ob die Muskelentspannung nach Jacobson für Sie geeignet ist. Viel Spaß bei Ihrer Entspannung.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

 

 

Resilienz

Resilienz ist zurzeit in aller Munde und doch wissen viele gar nicht so ganz genau, was Resilienz genau bedeutet. Klassischerweise ist ein Stehaufmännchen das Sinnbild für Resilienz, denn was immer dem Stehaufmännchen widerfährt, es steht wieder auf. Auch aus dem tiefsten Tief erholt es sich schnell und bleibt nicht einfach am Boden liegen, sondern kommt wieder in Balance.

Die Fähigkeit zu innerer Stärke wird in der Psychologie als Resilienz beschrieben. Resiliente Menschen können auf die Anforderungen wechselnder Situationen flexibel reagieren, eine wichtige Fähigkeit, vor allem wenn der äußere und innere Belastungsdruck steigt.

Der gesunde Umgang mit Krisen

Kriesen sind ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

Was sind Krisen? Nun, das liegt im Auge des Betrachters. Es gibt nicht die Krise, doch in jedem Leben gibt es Krisen. Und wenn man ihnen, wie Frisch es sagt, den Beigeschmack der Katastrophe nimmt, dann sind Krisen die Ausgangspunkte für persönliches Wachstum und unsere Entwicklung auf unserem Lebensweg. Und das ist wichtig für uns und unsere persönliche Entwicklung als Mensch. Sicher ist eine Krise weitaus tiefergehend als ein Problem oder nur Stress, denn charakteristisch für Krisen ist, dass wir das Gefühl haben, sicheres Terrain zu verlassen und keinen festen Boden mehr unter unseren Füßen spüren. Kurt Lewin spricht in seiner Feld-theorie bei den Krisen, die wir durch die Übergänge von einer Lebensphase in die nächste haben, davon, dass wir uns dadurch auf »weichem Grund« bewegen. Einige Klienten von mir berichten, dass sie sich in Krisen so vorkämen, als würden sie wie in einer Schneekugel durchgeschüttelt, weil sie nicht mehr wüssten, wo oben und wo unten ist. Das ist kein gutes Gefühl! Jeder von uns kennt es, denn Krisen sind nun einmal Teil des Lebens. Und wenn wir ehrlich sind: Ohne Krisen gäbe es kein Wachstum, keine Entwicklung und keine Veränderung. »Ich krieg die Krise« – wenn wir das sagen, dann meinen wir nicht die Krisen, von denen hier die Rede ist. In echten Krisenzeiten sehen wir uns vor die Herausforderung gestellt, Entscheidungen zu treffen, die uns aus der Krise heraus bringen sollen, damit wir uns nicht mehr so ausgeliefert und hilflos und auch nicht als Opfer fühlen. Wir möchten die Dinge, oder besser gesagt, unser Leben in die Hand nehmen. Diese psychischen Krisen können völlig unterschiedliche Auslöser haben. Doch bei aller Unterschiedlichkeit ist ihnen eines gemeinsam: Sie stellen für uns belastende Situationen dar, aus denen wir meinen, keinen Ausweg finden zu können.

Und das ist das Entscheidende: Nicht die Situation an sich, nicht der Stressor und nicht die Belastung, sondern unser subjektives Empfinden, es nicht handhaben zu können. So ist Stress auch nicht gleich Stress. Einzig relevant ist im Zusammenhang von belastenden Lebenssituationen, wie das Individuum sie betrachtet. So erklärt sich auch, dass belastende Lebensumstände subjektiv völlig unterschiedlich aufgefasst werden. Was für den einen wie das Ende der Welt scheint, lässt andere nahezu unberührt. Wenn wir uns die Frage danach stellen, warum das so ist, dann kommen wir zum Thema Resilienz. Warum können einige von uns die schwierigsten Situationen meistern, wohingegen andere schon beim „wie es scheint“ kleinsten bisschen kraftlos werden und kaum die Kraft finden, wieder aufzustehen!?

Die Antwort: Die einen kommen bei der Bewertung der Situation zu dem Schluss, dass sie einen Ausweg finden und eine Lösung parat haben, während die anderen den subjektiven Eindruck haben, diesem Stressor nichts entgegensetzen zu können. Das trifft auch bei ganz elementaren Krisen im Laufe des Lebens zu, z.B. beim Tod eines geliebten Menschen, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder schwerer Krankheit. Wenn wir wissen, was zu tun ist, dann bedeutet das, dass wir in der Situation oder bei dem eingetretenen Ereignis eine geeignete Bewältigungsstrategie kennen. Erst wenn das nicht der Fall ist, geraten wir subjektiv in eine Krise.

Wenn wir zu der Schlussfolgerung kommen, dass wir angemessen reagieren können, dann werden wir uns nicht bedroht, sondern uns der Situation gewachsen fühlen. In diesem Zusammenhang bedeutet Resilienz, dass uns angemessene, ausreichende und hilfreiche Verhaltens- und Denkweisen zur Verfügung stehen, mit denen wir die Situation bzw. das Ereignis managen können. Wir vertrauen darauf, dass wir wieder aufstehen, weil wir wis-sen, dass wir dazu in der Lage sind. Weil wir wissen, dass uns nichts so anhaben kann, dass es uns dauerhaft zu Boden wirft. Resiliente Menschen gehen davon aus, dass sie immer wieder aufstehen, weil sie an sich glauben, das Leben feiern, sich nicht unterkriegen lassen wollen. Kurzum, sie halten auch dem stärksten Sturm stand.

Gerne erarbeite ich mit Ihnen zusammen, Ihren Weg bis dorthin. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Supervision in Roth

Supervision Psychotherapie

 

Supervision dient dem fachlichen Begutachten und Entwickeln der eigenen psychotherapeutischen oder beraterischen Tätigkeit.

Bitte erstellen Sie als Behandler vor unserer Sitzung einen Bericht über den akuten Zustand des Patienten in Form einer Emotionsanalyse.

Zunächst steht die Schilderung der konkreten Krisensituation im Vordergrund, wir lernen unterschiedliche Emotionen kennen um zu verstehen, dass die subjektive Sichtweise dafür verantwortlich ist, wie es dem Betroffenen in einer Situation geht, was das zudem mit seinem Verhalten macht.

Schreiben Sie zunächst auch einmal alles, was Sie in der Supervision besprechen möchten und fassen Sie zusammen….

Meine drei hauptsächlichen Schwierigkeiten/Fragen sind:
(1)
(2)
(3)
Überlegen Sie nun bitte, was Sie benötigen, um weiterzukommen:
(1)
(2)
(3)
Und überlegen Sie jetzt bitte noch, was Sie bisher daran gehindert hat, Ihre Fragen und Schwierigkeiten
anzugehen:
(1)
(2)
(3)

Ich freue mich auf Ihren Besuch in meiner Praxis.

Perfektionistisch

Als Perfektionisten gelten Menschen, die extrem hohe Maßstäbe an Handlungen oder Entscheidungen anlegen. Sie müssen in der bestmöglichen,  vollkommenen, auf jeden Fall fehlerfreien Weise ausgeführt, bzw. gefällt werden. Gewöhnlich richten sich diese perfektionistischen Ansprüche dabei auf die eigenen Tätigkeiten, aber häufig werden diese ehrgeizigen Ansprüche auch an Mitmenschen gestellt:

Ich unterscheide hier zwischen gesellschaftlichem und krankhaftem Perfektionismus, denn dieser hat psychische Folgen, also erzeugt Leidensdruck beim Betroffenen.

Krankmachender Perfektionismus ist also, wenn man es nicht lassen kann, seinen extrem hohen Ansprüchen nachzustreben, egal welche Folgen drohen, und der vom Erfolg seine ganze Selbstbeurteilung abhängig gemacht hat, erfüllt er die Ansprüche, dann steht er als Held da, scheitert er an ihnen, steigt er zum kompletten Versager ab. Ein risikoreicher und dramatischer Entwurf. Therapeutisch schlägt sich dieser klinisch relevante Perfektionismus meist als eine Gruppe  zusammenhängender kognitiver Grundannahmen nieder, z. B. als die Überzeugung, dass es

  • für alles eine perfekte Lösung gibt, dass es
  • möglich sowie
  • dringend erstrebenswert ist, eine Sache
  • perfekt (= fehlerfrei) zu machen, – und zudem, dass
  • selbst kleine Fehler gravierende Konsequenzen für den Selbstwert haben werden.

Perfektionisten stehen sich also auf eine sehr spezifische Weise bei ihrem Streben nach Vervollkommnung selbst im Weg.

Meine Therapie zielt darauf ab, diese Unbeholfenheit zu beseitigen, neue Sichtweisen und Verhaltensmuster neu zu erlernen. Wir machen die Problematik anhand eines Erklärungsmodell sichtbar, analysieren den emotionalen Leidensdruck und üben realistische Bewertungen und Gedanken, in Verbindung mit Gefühlsreaktionen ein.

Ich berate Sie gern dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße

 

 

 

Selbsthilfegruppe für Angehörige

Erfahrungsaustausch für Angehörige von Menschen mit psychischen Belastungen im Landkreis Roth

**Neu** Ab dem 01.07.2020 im Therapiezentrum Roth.

Ich möchte Ihnen in einem geschützten Raum, in der Gruppe als Moderator und Ansprechpartner zur Seite stehen, auch besteht die Möglichkeit für Einzelgespräche. Es geht hier nicht um eine Psychotherapie, wir verstehen uns als Trainingsgruppe für betroffene Angehörige psychisch belasteter Menschen die professionell, therapeutisch begleitet wird. Hier dürfen Erfahrungen im Zusammenleben ausgetauscht werden.

Wie reagieren Sie, wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin, oder eine andere nahestehende Person traurig ist und weint?

Sie zeigen Mitgefühl, erkundigen sich, was Sie zur Entlastung tun können und versuchen, den anderen wieder aufzubauen. Das tun wir alle und das ist auch gut so! Sie werden die Erfahrung gemacht haben das sich diese Situationen jeden Tag ergeben, Sie also täglich unterstützen und Ihre ganze Energie für Ihren Angehörigen geben. Wie reagieren Sie jetzt?

Sie merken sicherlich, dass Sie Ihr Mitgefühl, Ihr Angebot zur Entlastung, und Ihre Gesprächsbereitschaft nicht in gleicher Weise und vor allem nicht mit gleicher Kraft, über Tage und Wochen aufrechterhalten können. Was hier passiert, ist ein Dilemma für psychisch kranke Menschen und deren enge Angehörige.

Akute Situationen, z.B. eine Depression, dauern länger als Stunden oder Tage.

Zuwendung und Hilfe tun dabei auch gut, doch die Angehörigen und Freunde werden von der Niedergeschlagenheit und der von ihnen gezeigten Zuwendung, vor allem wenn sie nicht den erhofften dauerhaften Erfolg zeigt, belastet, ja oft sogar überfordert. Es ist eine normale Reaktion, dass wir auf Misserfolge frustriert reagieren, uns von Überforderungen und Negativem zurückziehen. Dies passiert auch Angehörigen und Freunden von depressiven Menschen. Länger anhaltende psychische Störungen bewirken also, dass andere sich von einem zurückziehen oder frustriert reagieren. Man kann sagen, dass die Krankheit dazu führt, dass andere Menschen sich von einem abwenden. Damit gehen jedoch dem betroffenen Menschen angenehme Erfahrungen, Unterstützung und Hilfe verloren, was zu weiterem Verstärkerverlust führt. Dieser Teufelskreis  kann dazu führen, dass das Verhältnis innerhalb einer Partnerschaft oder einer Familie, doch auch zwischen Freunden vergiftet wird, Konflikte entstehen, ein vorwurfsvoller Ton sich in den Alltag einschleicht. Was dann für den betroffenden Menschen zur Belastung und Auslöser für noch tiefere Verzweiflung und Resignation wird.

Wissenschaftler stimmen darin überein, dass die Entstehung von psychischen Krankheiten in der Regel das Ergebnis einer längeren, vielleicht über das gesamte Leben sich erstreckenden Entwicklung ist.

Personen, die eine Bereitschaft, (wir sprechen heute von „Vulnerabilität“ oder „Verletzbarkeit“) sind entsprechend psychisch belastet. Diese Verletzbarkeit kann aus vielen Quellen stammen, wie Erfahrungen, Traumatisierungen und Lernen im Laufe des Lebens (bis zurück in die Kindheit). Es können angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen, ungünstige Hirnstrukturen sein. Erfahrungen in der Familie, in der Ehe, im Beruf oder erlebte Notzeiten behindern adäquate Entwicklungen und führen zu fehlerhaften, ungünstigen Verarbeitungsmustern, Verschaltungen und Hirnstrukturen. Fertigkeiten, Stärken, Bewältigungsformen konnten nicht angemessen gelernt werden. Chronische oder einzelne heftige Belastungen erschöpfen das Nervensystem und machen mürbe. Mit fortschreitendem Alter verändern sich Hirnstrukturen, Stoffwechselprozesse und die seelischen Reserven. Dadurch wird man für negative Erfahrungen verletzlicher und Hilflosigkeit stellt sich ein.

Wir treffen uns jeden Donnerstag um 19 Uhr, für ca.120 min in unserer Praxis im Therapiezentrum Roth.

Die Termine sind fortlaufend und können nach Lust und Laune genutzt werden.

Wir beginnen ab dem 01.07.2020

Die Gebühr liegt bei 20 EUR/Teilnehmer und Abend.
Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 10 begrenzt.

Alles was bei uns besprochen wird, fällt selbstverständlich unter die Schweigepflicht.

Bei Interesse melden Sie sich einfach per Mail: ralf.baumhoefer@gmail.com

oder telefonsich unter unserer Büronummer:
09171 / 85 74 58 9

Herzliche Grüße,
Ralf Baumhöfer

Onlinetherapie

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit der Videosprechstunde

Onlineberatung und -Therapie wird unter datenschutzrechtlichen Bedingungen ebenfalls angeboten, sprechen Sie mich hierzu gerne telefonisch oder persönlich an.

Die Video-Sprechstunde von „Doctena“ erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensicherheit. Der Zertifizierungsprozess für die Anerkennung der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen soll zeitnah abgeschlossen werden. Für Selbstzahler und privatversicherte Patienten ist dies natürlich nicht notwendig.“

Hier sehen Sie ein Erklärungsvideo zum Ablauf, bitte klicken Sie dazu auf den Link, sie werden zu Youtube weitergeleitet. https://www.youtube.com/watch?v=s24v5SblVrY&feature=youtu.be

Unten auf Startseite finden Sie unsere Onlineterminierung Doctena, wählen Sie sich dazu Ihren Besuchsgrund, klicken Sie auf Videosprechstunde und reservieren sich Ihren Termin, Sie bekommen daraufhin eine Bestätigung. Danach werde ich Sie persönlich anrufen, oder per Mail kontaktieren um den gemeinsamen Ablauf abzusprechen.

Sie können sich Ihren Termin aber auch telefonisch reservieren! Termine sind auf Anfrage auch zwischen Mo-Do. möglich.

Die Videosprechstunde dauert 50 Minuten und kostet 50 EUR die per Überweisung oder Paypal vorab zu leisten sind.

Für weiter Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ralf Baumhöfer

 

 

Das Coronavirus und die Psyche

Was du gegen Sorgen und Ängste tun kannst

Bewahrt Ruhe!

Ja, das ist natürlich leicht gesagt und schwer getan. Aber es gibt zumindest ein paar Möglichkeiten, die wir alle ausprobieren können, wenn wir merken, dass die Panik in uns aufsteigt. Zum einen: ruhig atmen. Sich ein paar Minuten auf den eigenen Atem konzentrieren und ganz bewusst ein- und ausatmen. Auch progressive Muskelrelaxation, autogenes Training oder Meditationsübungen können helfen.

Meditationsapps sind doch total angesagt zur Zeit. Allerdings bezweifle ich stark, dass wirklich viele Menschen weiter als bis zum Download der App gekommen sind. Jetzt wäre ein super Zeitpunkt, sich jeden Morgen hinzusetzen und loszulegen“

Bewegt Euch!

Gerade depressiven Menschen wird sportliche Betätigung von Psycholog/innen dringend empfohlen. Bewegung ist für das mentale Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung. Wer also jetzt zwangsweise auf den regelmäßigen Fitnessstudio- oder Sportkursbesuch verzichten muss, dem*der fällt ein wichtiger Pfeiler der Self care weg.

Und auch wenn ihr eigentlich am liebsten gerade Indoor-Spinning oder Thaiboxen machen würdet: Gebt euch einen Ruck und probiert mal etwas anderes aus. Joggen und Radfahren tun auch gut, gerade jetzt, wo in vielen Teilen von Deutschland die Sonne scheint und schon wärmere Temperaturen herrschen. Auch spazieren gehen kann gut tun. Und auf YouTube oder in unzähligen Apps findet ihr Anleitungen zum Heim-Sporteln, von Yoga bis zum Training mit dem eigenen Körpergewicht.

„Am besten wäre: Alle holen sich einen Hund. Die Bewegung kommt dann automatisch und man ist ständig in der Sonne und an der frischen Luft“,

Bleibt bei euren Routinen!

Wenn der Alltag so durcheinandergewirbelt wird und die eigenen Routinen wegfallen, kann das für viele ganz schön destabilisierend wirken. Deshalb: Versucht, so gut es geht an euren Routinen festzuhalten. Wenn ihr im Homeoffice seid: Steht zur gewohnten Zeit auf, macht euch fertig, als würdet ihr auf die Arbeit gehen, haltet eure Essens- und Schlafzeiten ein. Und nehmt die Verabredungen wahr, die ihr sonst auch treffen würdet. Macht einfach digitale Dates daraus.

„Sicherheit und Stabilität sind für die meisten Menschen mit und ohne psychische Vorerkrankungen wichtig. Vorhersehbarkeit senkt Ängste

Gegen das Stigma!

Wer selbst von Corona betroffen ist, oder Freund/innen hat, die betroffen sind, wird vielleicht auch angefangen haben, unter der Stigmatisierung zu leiden.

Die WHO empfiehlt daher allen, mit Corona infizierte Menschen nicht als „Corona-Opfer“ oder „Corona-Fälle“ zu bezeichnen, sondern als „Menschen mit Corona“ oder „Menschen, die wegen Corona in Behandlung sind“.

Holt euch Hilfe und helft anderen!

Für viele psychisch kranke Menschen ist es sehr, sehr schwer, um Hilfe zu bitten. Anderen Menschen zu sagen, dass es ihnen nicht gut geht. Dass sie psychische Probleme haben. Der Appell von Psycholog*innen lautet aber insbesondere jetzt: Sagt es! Sprecht Freund*innen an, schreibt auf Social Media von euren Ängsten, teilt eure Sorgen und bittet andere um Hilfe.

„Ich bin gespannt, wie sich die psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung in den nächsten Wochen entwickelt. Hoffentlich kommen die Krankenkassen zu unbürokratischen Lösungen, wenn es zum Beispiel darum geht, ob ambulante Psychotherapien ausnahmsweise am Telefon durchgeführt werden dürfen. Darüber hinaus ist es jetzt natürlich total wichtig, dass alle ihre sozialen Ressourcen aktivieren. Ruft eure Freund*innen an, wenn ihr euch unwohl fühlt. Die sitzen ja wahrscheinlich auch zu Hause rum. Und ganz wichtig: Ruft eure Freund*innen an, denen es vielleicht nicht so pralle geht, und kümmert euch. Seid einfach besonders lieb zueinander in den nächsten Wochen“,

Es tut einem auch selbst gut, anderen Menschen zu helfen. Hilfe anzubieten und zu leisten stützt die eigene mentale Gesundheit. Wenn ihr es könnt, bietet also Hilfe an. Vielleicht mit einem Zettel im Hausflur oder mit einem Telefonat im Verwandtenkreis. Auf lokaler Ebene organisieren sich derzeit viele Menschen in Hilfegruppen auf Social Media oder bei Telegram. Vielleicht mögt ihr euch solch einer Gruppe anschließen und eure Hilfe anbieten.

Quelle: Zeit.online

Coronavirus Hygieneleitfaden für unsere Praxis

Warum ein Hygieneleitfaden für die psychotherapeutische Praxis?

Liebe Patienten,

es finden alle Termine wie bisher statt.

Wir sind eine Bestellpraxis, es findet kein Körperkontakt statt, ein entsprechender Abstand ist immer gewährleistet.

Aufgrund der besonderen Situation biete ich Ihnen aber an, bereits vereinbarte (Gesprächs-)Termine telefonisch wahrzunehmen.

Sollten Sie Ihren Termin nicht wahrnehmen wollen (wofür ich volles Verständnis habe), bitte ich um frühestmögliche Absage damit ggf. jemand anderes diesen in Anspruch nehmen kann.

Hygieneleitfaden für unsere Praxis:

Für eine Einrichtung im Gesundheitswesen ist der Begriff „Hygiene“ kein fremder Begriff. Überall, wo erkrankte Menschen eine Ärztin/einen Arzt oder eine Therapeutin/einen Therapeuten aufsuchen, spielt der Infektionsschutz eine wichtige Rolle.

Trotzdem ist nicht jeder Patient/jede Patientin gleich infektiös und nicht jede Patientenbehandlung mit einem Infektionsrisiko für Patienten, Behandler/Therapeuten oder für Dritte verbunden.

Daher stellt sich die Frage: Welche Bedeutung hat die Hygiene für eine Psychotherapiepraxis?

Ein allgemeingültiges Hygienekonzept, das jede Psychotherapiepraxis übernehmen kann, gibt es nicht. Jede Praxis muss für sich analysieren, ob und welche Infektionsrisiken und Gefährdungen in der eigenen Einrichtung bestehen. Das ist immer abhängig von den Patienten, die zur Therapie kommen und ihren Erkrankungen, von ausgeführten Tätigkeiten, manchmal von Baulichkeiten und ob Dritte, z. B. Beschäftigte geschützt werden müssen. Hygiene in einer Erwach-senen Psychotherapiepraxis mit vielen chronisch erkrankten Patienten oder mit bekannt infektiösen Patienten erfordert andere Standards als die Hygiene einer Kinder- und Jugend-lichenpsychotherapiepraxis. Eine systematische Analyse wird immer ein individuelles, auf die Bedürfnisse der Praxis angepasstes Paket an Hygienemaßnahmen ergeben.